Funten-Gruen-Koenigssee

Meine Traum-Wandertagestour (bis jetzt! Wer weiß, was noch kommt...) war die von Königssee/Salet über Funtensee bis St. Bartholomä am 10.08.10. Das erste Elektroboot in der Früh war meins. Die Fahrt war trotz großen Menschenandrangs angenehm und ruhig. Wir legten ab, gleiteten still über den See; ich lauschte den eifrigen Gesprächen vieler gleichgesinnter Wanderer, die sich über den bevorstehenden Tag und die Wegstrecke unterhielten. Die gewaltigen Felswände auf der Westseite verschwanden immer mehr in den Wolken. Ein Bootsmann zückte an dem heute "unsichtbaren Fels" seine Trompete, um traditionsgemäß das Echo erschallen zu lassen, welches im Nebel eintauchte und eindrucksvoll widerhallte... In Salet angekommen gings dann bald über einige Geländestufen steil bergauf über den teilweise noch rutschigen Sagereckersteig. Ein wunderbarer Tiefblick auf den Königssee mit seinem smaragdgrünen Wasser und eindrucksvollem Licht-Schattenspiel bot sich mir. Durch eine von Lichtungen durchsetzte Waldzone erreichte ich den idyllisch gelegenen Grünsee, dort verharrt ich eine Weile. Zu schön war´s dort, um flugs weiter zu ziehen. Doch dann zog ich weiter über einen kleinen Hang wiederrum steil hinauf, um endlich mein 6 Jahre langersehntes Ziel zu erreichen: Den Funtensee - mit dem Kärlinger Haus und Branntweinhütte auf dem gegenüberliegendem Ufer. (Normalerweise würde ich an einen Ort, den man "Kältester Pol Deutschlands" bezeichnet, nicht freiwillig hingehen! Doch die bezaubernde und gewaltige Landschaft gepaart mit der Herausforderung "es zu schaffen", hat mich derart in den Bann gezogen, meinen Herzenswunsch für mich zu erfüllen). Oooh wie schön!!!.
Ich sog die Landschaft soz. in mir auf. Nach einer kurzen, doch erholsamen und kulinarischen Pause machte ich mich auf den Heimweg - wo ich doch zufällig auf Hubsi, DEN Brandweinmeister vom BGL traf! Er trug einen Sack frisch gegrabenen Meisterwurz bei sich, den er zu seiner Hütte schleppte... Schade, dass ich mir so wenig Zeit nahm, doch mich zog´s halt weiter. Schließlich kannte ich nicht den bevorstehenden Weg und die notwendige Zeit nach unten. Rasch wanderte ich weiter über die sog. "Saugasse" in Zick-Zack-Schotter-Serpentinen nach unten auf einen wildromantischen Waldweg. Ich genoss es - einfach eine wundervolle Strecke! Ich war ja schon fast enttäuscht, als ich von weitem St. Bartholomä mit seiner sandstrandartigen Landzunge sah. "Herjee - ich bin ja schon wieder unten!", dachte ich mir. Wie gerne hätte ich die unberührte Natur, meinen Weg so weiter erleben wollen..., viel zu schnell vergingen diese wunderschönen Stunden... (abgesehen von der langen Wartezeit zur Schiffsrückfahrt von St. Bartoholomä bis Königssee) - eine Zeit, die ich nie vergessen werde!